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ZEUGNISSE

STELLUNGNAHME DER LEITUNG DER JUSTIZANSTALT HIRTENBERG ZUR ARBEIT VON "GESPRENGTE KETTEN"

Viele Menschen sind heute auf der Suche nach Wahrheit, Orientierung, nach Festem und Bleibendem, letztlich nach dem Sinn des Lebens. Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass es diese Sehnsucht auch bei vielen Insassen der Justizanstalt Hirtenberg gibt. Gerade der oft als trist erlebte Gefängnisalltag bietet Möglichkeiten über das eigene Leben und über die wahren Werte des Lebens nachzudenken. Ein besonderes Angebot für diese Menschen stellen die von "Gesprengte Ketten - Internat. Hilfsverein" geleiteten christlichen Resozialisierungsprogramme wie der Gefängnis Alpha Kurs und die Non-Stop Bibelschule, aber auch die Abholung nach der Entlassung und die Integration dar. Ich bin überzeugt, dass jene Teilnehmer, die sich ernsthaft mit der Bibel befassen, neue Sichtweisen und neue Perspektiven für ihr Leben gewinnen. Die Aufnahme der Botschaft Jesu Christi wird neue Menschen aus ihnen machen, wodurch ein gedeihlicheres Miteinander schon während der Haft zum Tragen kommt und darüber hinaus darf eine positive Gestaltung ihres Lebens für die Zeit nach ihrer Entlassung erwartet werden. Damit wäre auch jene zentrale Zielsetzung des Strafvollzugs gewährleistet, derzufolge den Insassen zu einer Lebenseinstellung zu verhelfen ist, die sie künftighin zu einem straffreien Leben befähigt. Abschließend möchte ich diese Gelegenheit gerne zum Anlass nehmen, mich bei Herrn Horst Reeh und seinen Mitarbeitern für ihr Engagement und ihren überaus wertvollen Dienst sehr herzlich zu bedanken, und gleichzeitig der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass durch ihre Arbeit viele Menschen die Botschaft Jesu Christi in ihren Herzen aufnehmen mögen.
In herzlicher Verbundenheit

Gerhard Weiner, Oberst
Anstaltsleiterstellvertreter

 


 

ALPHA-GLAUBENSKURSE IN GEFÄNGNISSEN

Ich bin katholischer Pfarrer in Oberwaltersdorf und bestellter Anstaltsseelsorger in Hirtenberg. Herr Horst Reeh, Gefängnis Alpha Berater und Leiter der Hilfsorganisation "Gesprengt Ketten" hat mich gebeten, über meine Erfahrungen mit Alpha in der Justizanstalt Hirtenberg zu schreiben. Ich komme dieser Bitte sehr gerne nach, da ich die Mitarbeit von Herrn Reeh und seinen Leuten in der Seelsorge der Justizanstalt seit Jahren begleitend verfolge und wirklich schätzen gelernt habe. Was ist der Alpha-Kurs? Es handelt sich um einen in der anglikanischen Kirche, genauer gesagt in der Londoner Pfarrei Holy Trinity Brompton entwickelten Einführungskurs in das Christentum für Fernstehende, der sich inzwischen weltweit verbreitet hat und auch (aber nicht nur!) inzwischen in der katholischen Kirche weite Verbreitung gefunden hat. Die Alpha Kurse erfreuen sich u.a. auch der besonderen Unterstützung von Kardinal Dr. Christoph Schönborn. Es wurde auch speziell eine Variante für Gefängnisse entwickelt die ebenfalls inzwischen weltweit verbreitet ist und auch von den zivilen Gefängnisverwaltungen sehr positiv gesehen wird. So gibt es inzwischen in fast allen britischen Gefängnissen Alpha Kurse und der britische Staat bezahlt aufgrund der positiven Auswirkungen sogar einen eigenen Beauftragten dafür. In Hirtenberg wurde unter meiner Begleitung im Frühjahr 2003 der erste Gefängnis Alpha Kurs im deutschsprachigen Raum von Herrn Horst Reeh und seinen Mitarbeitern durchgeführt - mit sehr positiven Auswirkungen sowohl aus Sicht der Anstaltsleitung (sowohl Oberst Sladek als auch Oberst Weiner sind gerne zu Auskünften darüber bereit) als auch aus Sicht der katholischen Seelsorge. Ich habe die Alpha Kurse niemals als Konkurrenz zu meinen katholischen Gottesdiensten erlebt, sondern als Ergänzung zu meinem Angebot. Der Alpha Kurs spricht vor allem Fernstehende und Frustrierte an, die sich dann auch für den katholischen Gottesdienst zu interessieren beginnen. Ich finde es sowohl aus humanistischer als gerade auch als christlich-katholischer Wertsicht großartig, dass es Idealisten gibt, die um Gotteslohn bereit sind in der Gefangenenseelsorge mitzuarbeiten. Die Auswirkungen können nur positiv sein und sind und waren es auch in Hirtenberg. Dies umso mehr, als auch von den nichtkatholischen Mitarbeitern immer das Miteinander und die Zusammenarbeit mit mir, dem offiziellen katholischen Anstaltsseelsorger gesucht wurde. Ich kann daher aus meiner Erfahrung Herrn Horst Reeh und seinen Leuten nur für ihre Mitarbeit danken und sie bzw. den Alpha-Glaubenskurs auch anderen Justizanstalten nur bestens empfehlen.
Mit herzlichem Segensgruß

Pf. MMag. Andreas Hornig
Anstaltsseelsorger

 


 

PERSÖNLICHE ZEUGNISSE VON INSASSEN AUS DER JA HIRTENBERG

Gerne möchte ich einige Eindrücke und Gedanken über den Alpha Kurs und die Non-Stop Bibelschule aus meiner Sicht hier darstellen. In erster Linie war es für mich wichtig, im Gefängnisalltag Abwechslung zu haben und deshalb besuchte ich die Angebote von "Gesprengte Ketten". Am Anfang dachte ich mir: „Oh, wie schrecklich. Hier wird alles nur zerredet.“ Aber ich bin ein Mensch geworden, der jetzt näher bei Gott ist als vor seiner Verhaftung. Es ist ein Gefühl, das man so nicht beschreiben kann. Ob ich jetzt bete oder mit Gott spreche, alles ergibt nun vielmehr Sinn. Hier habe ich gelernt, mehr in mich hineinzuhören. Die Menschen in der Anstalt sind teilweise ohne jegliche Unterstützung von draußen. Hier aber haben sie Gott erkannt. Ich denke, dass diese wunderbare Arbeit, von Gesprengte Ketten – Internat. Hilfsverein, jedem Einzelnen von uns sehr viel bringt. Ich darf sagen, dass es eine innere Wandlung war, die in mir vorgegangen ist. All das, was wir hier machen, ist nicht nur beten, singen, diskutieren; nein, man wird auch kein anderer Mensch, lediglich die Nähe zu Gott wird fühlbarer. Zumindest geht es mir so! Man freut sich schon jede Woche auf die nächste Alpharunde und Bibelschule. Es ist wie gutes Essen, man bekommt es nicht täglich, aber zweimal pro Woche. Ich finde, dass viel mehr Leute, nicht nur hier drinnen, sondern auch draußen, diese Nähe zu Gott suchen sollten. Der Wille zählt: alles wird leichter, man wird toleranter, man fängt an einfach anders zu denken, zu reagieren, zu handeln. Sehr wichtig ist jedenfalls, dass diese Gefängnisevangelisation weitergeführt wird, denn dann gibt es vielleicht eines Tages mehr Menschen die beten, als Verbrechen zu begehen. Ich wünsche mir, dass viele, viele Insassen einfach versuchen Gott näher zu kommen; denn eines ist gewiss, dass dieser Gefängnisdienst wichtig ist, wichtiger als vieles andere in unserer Welt.
Paul

 


 

WIE SEHEN ENGEL AUS? HABEN ENGEL FLÜGEL? WO LEBEN ENGEL?

Fragen, die uns manchmal bewegen. Die Bibel ist nicht so sehr daran interessiert, wie wir uns Engel in ihrem Erscheinungsbild vorzustellen haben. Ihr ist es viel wichtiger zu betonen: Engel sind dienende Wesen, Boten eben, die zwischen Gott und den Menschen vermitteln. Vielmehr könnte man es so formulieren: "Ein Engel ist jemand, den Gott dir ins Leben schickt, unerwartet und unverdient, damit er dir, wenn es ganz dunkel ist, ein paar Sterne anzündet.

Mit ihrem radikalen Einsatz für die vielen hoffnungslosen, leidenden, schuldigen sowie suchenden Menschen in der Justizanstalt Hirtenberg sind, Horst Reeh und sein Team nun seit 10 Jahren damit betraut, die frohe Botschaft, das lebendige Wort Gottes hinter den Gefängnismauern zu verkünden. Dadurch durfte auch ich am eigenen Leib verspüren wie frei man sich hinter Gittern fühlen kann, frei, erfüllt von Liebe, Hoffnung und menschlicher Nähe. Diese Menschen haben mir jemanden vorgestellt den ich eigentlich längst ganz bewusst aus meinem Leben gedrängt habe - Jesus Christus. Ob Moslem oder Christ ob gläubig oder ungläubig - Gesprengte Ketten als Gemeinschaft ist für alle da! Vor allem aber bekamen die Menschen, die diesen begegneten und begegnen ihre liebende Aufmerksamkeit und Fürsorge zu spüren. Für viele von ihnen sowie auch für mich oft das erste Mal im Leben. Damit machte der Anstaltsseelsorger Pf. MMag. Andreas Hornig, der dies alles hinter diesen Mauern überhaupt erst ermöglicht, Gott unter den Menschen spürbar und lud seine Mitstreiter dazu ein, ähnliches zu tun: "Wenn jemand dir eine Tür zuschlägt, macht Gott eine andere für dich auf", sagt er oft. Seit nunmehr fast einem Jahr begleiten mich diese Damen und Herren auf meinem Weg als Mensch, Christ und Strafgefangener. Sie sind für mich das, was man im spirituellen Leben "geistliche Begleiter" nennt. Zusammen mit ihnen schaue ich offen und ehrlich mein Leben an, reflektier mit ihnen über Dinge, die mir in der Vergangenheit widerfahren sind bzw. die mir Hier und Jetzt begegnen und versuche auf diese Art und Weise, mich und mein Leben besser verstehen. Mit diesem Dienst hilft Gesprengte Ketten - "die Kraft Gottes" - mir also ganz konkret, dem Gott, auf den ich nun wieder vertraue, glaube und mit dem ich eine tiefe Freundschaft pflegen will, näher zu kommen und seine Nähe in meinem Leben zu spüren. Wenn sich am Ende des Alpha Kurses, der in der JA-Hirtenberg bereits zum 17. Mal unter reger Anteilnahme der Insassen abgehalten wird, José Martinez um 7 Uhr abends verabschiedet, werde ich jedes Mal daran erinnert, dass das göttliche Wort auch heute in uns, in mir Fleisch werden will. Ich brauche mich nur an dieses Wort zu erinnern, um neu gestärkt mein Leben zu leben. Dieses Wort bewahrt mich vor Traurigkeit und Zweifel, vor Kleinmut und Angst. So kann ich auch in Misserfolg und Demütigung meinen Kopf aufrecht tragen. Man kann mich gemein behandeln, aber nicht gemein machen. Gefangenschaft kann mein gewohntes Leben aus der Bahn werfen, doch die Tatsache, dass ich ein Kind Gottes bin, kann mir niemand nehmen. Ich mag im Verlies verderben, ich mag erfrieren oder verhungern: Im Wort "Vom Vater bin ich ausgegangen" finde ich immer neue Kraft, weiß ich doch nun: In aller Misslichkeit wird Gott mein Vater bleiben. Jeder von uns kennt das auch im eigenen Leben: Da, wo ich einem Menschen begegne, dem ich offen und ehrlich von meinem Leben erzählen kann - auch Dinge, die vielleicht weniger schön sind und für die ich mich gar schämen mag - da werde ich ein Stück freier, da wachsen mir förmlich Flügel, weil ich nicht mehr allein an der Last meiner Sorgen zu tragen habe. Hier im Gefängnis macht sich in mir immer mehr der Gedanke breit: Wenn ich so sehr nach dem Leben in Freiheit strebe, dann zeigt sich das am besten und wirkt sich das am stärksten aus, wenn ich es bereits hier lebe, selbst im Rahmen der eingeschränkten Möglichkeiten. Wie viele Menschen schleichen nur durchs Leben, freuen sich an nichts mehr, lassen alles über sich ergehen. Ich freue mich auf ein Leben in Fülle, die Gott mir gegeben hat. Wie steht es bei Johannes über Jesus? Er ruft den Jüngern zu: "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben" (Joh 10,10). Sicher, niemand hat es leicht, immer wieder so zu leben, dass er für das Leben lebt. Keine Mutter, kein Schüler, kein Strafgefangener, kein Bauer, kein Rentner, kein Bischof, kein Millionär. Für das Leben sein ist mühsam, aber spannend, beglückend, sinngebend. Denn es führt zu Gott. Schon das Gespräch mit einem guten Menschen kann mich zu einem Neuanfang in meinem Leben ermutigen, das vor dem Gespräch vielleicht so hoffnungslos und verfahren aussah. Manchmal ist dieser Mensch ein Mit-Insasse oder ein guter Freund den ich seit meiner Jugend kenne. Vielleicht ist es aber auch der Justizwachebeamte, die Justizwachebeamtin im Gefängnis oder der Anstaltsseelsorger. Letztgenannter und seine ehrenamtlichen Mitarbeiter der Gefangenenseelsorge in der JA-Hirtenberg erinnern mich immer wieder daran: Engel sind dienende Wesen, Boten eben, die zwischen Gott und den Menschen vermitteln. Engel brauchen nicht unbedingt Flügel, allerdings konnten sie mich in meinem Leben beflügeln und mir Mut machen, selbst irgendwann ein Engel für andere zu werden.
Christian
PS: Christian ist seit geraumer Zeit wieder in Freiheit und absolvierte die Tontechnik Ausbildung der SAE und beendete sie mit dem Bachelor of Arts. Inzwischen auch den Master. Christian ist kreativer Teil unserer Gemeinschaft und wir sind dankbar für seine Mitarbeit!

Matthäus 25,36 „ ...... ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen“.
So können wir glücklichen und bevorzugten Häftlinge in Hirtenberg sagen. Dank des treuen Dienstes von Gesprengte Ketten – Internat. Hilfsverein, dürfen wir alle unsere Sorgen und Nöte unserem Heiland anvertrauen. Vertrauensvoll und dankbar hoffen wir, dass alle unsere Förderer und Freunde dieses wichtige Werk auch in Zukunft tatkräftig unterstützen werden.
Gerald S. (Name geändert)

Ein Dankeschön!
„Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ (Gen. 1,31) An dieser Stelle bedeutet “gut“ ein positives Urteil. Daher ist es “gut“, dass es die Alpharunde und die Bibelschule in der Justizanstalt Hirtenberg gibt. Darum ein Dankeschön an die zuständigen Personen, die dies bewilligt und befürwortet haben, damit wir “Gutes“ empfangen können. Dankeschön im Namen aller Teilnehmer